Marketingstudie

Marketingstudie für die Gemeinde Frensdorf

Die im vergangenen Jahr vom Institut für Entwicklungsforschung im ländlichen Raum Ober- und Mittelfrankens durch Frau Diplom-Geographin Kerstin Scheiblich erstellte Marketingstudie für die Gemeinde Frensdorf wurde dem Gemeinderat in öffentlicher Sitzung am 17.01.2005 vorgestellt.
Prof. Dr. Hans Becker, der das Projekt betreut hat, fasst die Studie mit einem Satz zusammen: „Man fühlt sich wohl in Frensdorf“. Diese Feststellung hat er wie folgt begründet:

Stärken der Gemeinde Frensdorf

  • Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem Wohnort
  • günstige Altersstruktur der Bevölkerung
  • Bekanntheit des Bauernmuseums und der Gastronomie bei Auswärtigen

Herausragend für die Gemeinde ist vor allem die durch die ruhige Lage und intakte Umwelt hohe Wohnqualität. Als Vorzüge des Wohnortes wurde von den Befragten angegeben:

  • Ruhe
  • Nähe zu Bamberg
  • Versorgung
  • ländliche Idylle
  • Gemeinschaftsgefühl
  • Natur, Umweltqualität
  • Infrastruktur

Vorteil der Altersstruktur

Auffällig viele junge Menschen wohnen in Frensdorf, nicht zuletzt, weil die Gemeinde durch die hohe Wohnqualität für junge Familien mit Kindern attraktiv ist. Auffällig viele deshalb, weil beispielsweise die Zahl der bis unter 15-Jährigen mit 21 % der Bevölkerung weit über dem Landkreisdurchschnitt (= 18 %) sowie über dem Landesdurchschnitt (= 16 %) liegt.

Attraktivität für Fremde

Attraktiv und bekannt ist in der Umgebung und in Bamberg die Frensdorfer Gastronomie. Und auch das Bauernmuseum kennt man. Daraus resultieren auch Vorschläge der Studie, diese Pluspunkte auszubauen und nennt beispielsweise „Themenorte“ (ein kleiner Ort mit wenigen neuen Einrichtungen ausgestattet, die alle dem selben Thema zuzuordnen sind und dadurch für Besucher attraktiv wird) für ein Mehr an Tagestourismus. Streichelzoo, Ententeich, Kinderspielplatz und eine Gaststätte in der Nähe könnten Ausflügler anziehen.

Zufriedenheit der Bevölkerung

Zufrieden sind unsere Bürger wegen der kinderfreundlichen Gemeinde und dem attraktivem Wohnumfeld. Weniger bzw. nicht zufrieden stellen die Bevölkerung die zu wenigen Freizeitaktivitäten, die geringe Wirtschaftskraft (und fehlende Arbeitsmöglichkeiten) der Gemeinde Frensdorf und der ÖPNV.

Verbesserungsvorschläge

Zahlreiche Bürger haben in ihren abgegebenen Fragebögen Verbesserungsvorschläge für die Zukunft genannt. So wurden beispielsweise genannt: mehr Freizeit- und Kulturangebote (auch für Jugendliche), Betriebe ansiedeln und Arbeitsplätze schaffen, Bau einer Mehrzweckhalle etc. In diesem Zusammenhang wurden auch Prioritäten für die zukünftige Entwicklung angegeben. Danach haben die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Unterstützung kleiner Handwerksbetriebe und die Ansiedlung Gewerbebetrieben erste Priorität für unsere Bevölkerung (dass größere Betriebe in Frensdorf ansiedeln, wird jedoch eher für unwahrscheinlich gehalten. Sie würden allerdings auch nicht dem ländlichen Bild und der Wohnfunktion der Gemeinde entsprechen). Folgend werden z. B. die Verbesserung von Einkaufs- und von Freizeitmöglichkeiten, die Verkehrsentlastung von Ortsmitten und die Förderung des Fremdenverkehrs genannt.

Ziele

Die Stärken der Gemeinde (junge Bevölkerung, kinderfreundliche Gemeinde, gute Wohnqualität) aufbauen und pflegen sowie die Schwächen der Gemeinde (Wirtschaftskraft, noch mehr Freizeitmöglichkeiten bieten) in angemessenem Rahmen möglichst beseitigen, sind die Ziele, die die Studie unserer Gemeinde setzt.

Vorschläge

Die Studie gibt uns vier konzeptionelle Vorschläge, wie sich die Gemeinde Frensdorf künftig entwickeln soll.

Vorschlag I

Die Gemeinde Frensdorf zeichnet sich durch eine sehr junge Altersstruktur aus - selbst im Vergleich zum ebenfalls ländlich geprägten restlichen Landkreis. Die Ansiedlungspolitik der Gemeinde, die vor allem junge Familien nach Frensdorf holen sollte, hat sich bewährt. Die Gemeinde hat sich gut daran angepasst – die Ausstattung mit Kindergärten und Spielplätzen ist mehr als zufriedenstellend.
Auf diesen Stärken sollte die Gemeinde aufbauen und noch mehr für die Zielgruppe leisten. Dies z. B. durch Kinderläden (spontane stundenweise Betreuung von Kindern; in kinderreichen Orten angesiedelt), die von Vereinen oder Eltern organisiert werden und in denen Eltern die Betreuung abwechselnd übernehmen.

Vorschlag II

Die Gemeinde Frensdorf bietet ein für ihre Größe angemessenes Angebot an Freizeitaktivitäten (Vereine, Bücherei,...). Dennoch sind Frensdorfs Bewohner unzufrieden mit der jetzigen Situation. Vor allem wird eine Verbesserung der Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche gewünscht.
Die Einrichtung eines Jugendtreffs mit günstigen Getränken, der Möglichkeit Spiele durchzuführen, Tanzveranstaltungen für jüngere Jugendliche.

Vorschlag III

Frensdorfs Wirtschaft war von der Landwirtschaft geprägt, diese benötigte immer weniger Arbeitskräfte, dennoch wuchs die Einwohnerzahl der Gemeinde
Frensdorf wurde – wie viele anderen Gemeinden auch – immer mehr zur Pendlergemeinde.
Die Wirtschaftskraft wird von den Befragten als unzureichend angesehen und sollte den Rahmenbedingungen der Gemeinde angepaßt gefördert werden.
Vorschlag: vorhandene kleinere Betriebe fördern, Gründungshilfe geben. Ansiedlung von Dienstleistungshandwerken und kleine IT-Firmen, die die Nähe zu Bamberg ausnutzen

Vorschlag IV

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ging in der Gemeinde Frensdorf zurück. Daher findet man hier gerade in den Ortskernen leerstehende Wirtschaftsgebäude z.B. Scheunen oder Ställe. Die alte Bausubstanz prägt das ländliche Image der Gemeinde Frensdorf, ist Zeugnis ihrer Geschichte und ihrer Identität.
Vorschläge:
  • Leerstehende Gebäude und andere historische Bausubstanz sanieren um den dörflichen Charakter der Ortsbilder zu erhalten.
  • Umwidmung leerstehender Wirtschaftsgebäude in andere Nutzungen (Beispiele aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt)
  • Umbau von Wohngebäuden/Scheunen und Ställen unter der Anleitung eines fachkundigen Architekten in attraktive Wohngebäude
  • gewerbliche Nutzungen wie etwa Hofläden, Blumenläden oder auch Handwerksbetriebe
  • Verschönerung und Belebung des Ortsbildes auch wirtschaftliche Effekte (evtl. Mittel aus der Dorferneuerung)

Zusammenfassung über die Ergebnisse der Studie

 
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